Elektromobilität Süd-West - Industrialisierung der Elektromobilität

Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb gehört die Zukunft. Innovative Ansätze gemeinsam zum Erfolg zu führen und die Elektromobilität stärker auszubauen – das ist die Vision des Clusters Elektromobilität Süd-West aus dem Automobilland Baden-Württemberg

Ob Klimaschutz, weniger Abhängigkeit von fossilen Energieträgern oder die Diskussion um Fahrverbote für Dieselautos: Es gibt viele gute Gründe, die Elektromobilität in Deutschland zu fördern. Auch geht es darum, Potenziale zu nutzen und neue Märkte zu erschließen, um international bei der Mobilität der Zukunft weiterhin eine Spitzenstellung einzunehmen. Der Spitzencluster Elektromobilität Süd-West verbindet mehr als 140 Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft, die gemeinsam innovative Ansätze für das elektrische, vernetzte und automatisierte Fahren entwickeln und dafür in vier Innovationsfeldern zusammenarbeiten: Fahrzeug, Energie, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Produktion.

Der in der dritten Wettbewerbsrunde von 2012 bis 2017 geförderte Spitzencluster konnte bisher schon über 50 geförderte Forschungsprojekte einwerben und darin die unterschiedlichen Kompetenzen seiner Mitglieder bündeln. Ein besonderer Fokus des Clusters, der auch bekannte und namhafte Großkonzerne verschiedener Branchen zu seinen Mitgliedern zählt, liegt auf kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Der Cluster unterstützt KMU z. B. mit der Organisation von Gemeinschaftsständen auf Messen wie zur „EVS30 – International Electric Vehicle Symposium & Exhibition“ im Herbst 2017 in Stuttgart, die zeitgleich den Abschluss der Spitzenclusterphase darstellte, oder jährlich auf der Hannover Messe Industrie. Als besondere Maßnahme wurde aus dem Spitzencluster heraus die Mittelstandsoffensive Mobilität (MoM) des Landes Baden-Württemberg angestoßen, um vor allem KMU aus der Zuliefererbranche bei der Transformation der Automobilwirtschaft aktiv zu begleiten und zu unterstützen. Neben einem Technologienetzwerk Transformation, das vor allem dem Austausch und dem Wissenstransfer dient, zählen zu den Maßnahmen der Mittelstandsoffensive ein Weiterbildungsangebot (New Mobility Academy) sowie ein Technologietransferprogramm, in dessen Rahmen Forschungseinrichtungen und KMU gemeinsam Verbundprojekte durchführen.

Seit dem Ende der Spitzenclusterförderung durchlief der Cluster einen Strategieprozess, um neue Themen zu identifizieren und in die Clusterarbeit mit aufzunehmen. Zudem wurde weiterhin kontinuierlich die Initiierung von Projekten vorangetrieben. Im Herbst 2018 startete beispielsweise das durch das BMBF geförderte Projekt „Smart Load“, das Methoden zum Nachweis einer erforderlichen Zuverlässigkeit und Sicherheit neuer Elektroniksysteme für hochautomatisiertes elektrisches Fahren erforscht. Partner des Clusters engagieren sich auch in vom Land Baden-Württemberg geförderten Projekten zum automatisierten und vernetzten Fahren, z. B. im Rahmen des aus einer Arbeitsgruppe des Clusters heraus initiierten „Testfelds Autonomes Fahren Baden-Württemberg“ (TAF BW) oder dem Projekt „DiaMANT“ (Dialog für automatisierte, vernetzte und elektrische Mobilität: Anwendungen – Nutzerinteressen – Technik).  

Zugang zu internationalem Know-how und Märkten ermöglicht der Cluster seinen Partnern über seine Internationalisierungsstrategie. Im BMBF-Projekt „AllFraTech“ (Deutsch-französische Allianz für innovative Mobilitätstechnologien) wurde ein Konzept entwickelt, wie der Cluster aus Baden-Württemberg langfristig mit dem Cluster CARA aus Frankreich zusammenarbeitet. In einem zweiten Schritt sind daraus grenzübergreifende innovative Forschungsprojekte entstanden, die sich u. a. mit Fragen eines hoch effizienten Thermomanagements (InnoTherMS) oder innovativer Ladetechnologie (EMC2) befassen. Darüber hinaus sind Partner aus dem Cluster im EU-geförderten Projekt ICT4CART (Infrastructure for Connected and Automated Road Transport) aktiv, mit der Stadt Ulm liegt eine der „Test Sites“ des Projektes in der Clusterregion.

Autorenschaft: Der Spitzencluster auf Basis eines Textes von Dieter Beste, Thomas Corrinth und Dr. Elena Winter im Auftrag des BMBF.