it's OWL: Gemeinsam zum Ziel

Informatik und Ingenieurwissenschaften auf vielfältige Weise miteinander verbinden – das hat sich der Spitzencluster it‘s OWL auf die Fahnen geschrieben. Im Fokus stehen Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeugtechnik sowie die Energietechnik.

Industrielle Wäschereien belegen in der öffentlichen Wahrnehmungsskala vermutlich einen eher unteren Rangplatz. Da geht es ihnen nicht besser als zahlreichen anderen Industriebereichen, die Servicefunktion haben. Aber gerade deshalb lohnt es sich, genau hinzusehen und dafür zu sorgen, dass schneller und kostengünstiger gearbeitet werden kann. So haben sich beispielsweise im Projekt ReSerW Forscherinnen und Forscher des Spitzenclusters it‘s OWL – Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe – die Frage gestellt, wie Wasser, Energieressourcen oder auch Waschmittel auf nachhaltige Art eingespart werden können. Tatsächlich gelang es ihnen, mit intelligenten Regelungs-, Steuerungs- und Optimierungsstrategien die Prozesse in der Wäscherei und das dortige Zusammenspiel der Maschinen zu verbessern. Und ihnen gelang ein beispielhafter technologischer Erfolg: Ein Greifroboter sortiert jetzt die Wäsche und entlastet das Personal.

Der Roboter, der diese komplexen Handgriffe ausführen kann, ist inzwischen patentiert und gilt in der Fachwelt als Meilenstein. Diese Automatisierungslösung ist jedoch nur einer der zahlreichen technologischen Erfolge des Spitzenclusters. Im Innovationsprojekt RuMorS stand beispielsweise die Vernetzung von Landmaschinen im Mittelpunkt. Mit einer neuen IT-Plattform gelang es den Entwicklern, die Auslastung der Maschinen um mehr als zehn Prozent zu steigern – und beiläufig konnten sie sogar wichtige Erkenntnisse für das vernetzte automobile Fahren auf öffentlichen Straßen gewinnen.

Die Region Ostwestfalen-Lippe profitiert von solchen Vernetzungen, mit denen der Spitzencluster it‘s OWL neue Dynamik entfacht. So vernetzt etwa das Partnerunternehmen CLAAS mit der Plattform 365Farmnet erfolgreich Landwirte mit leicht zu handhabenden Apps. Bereits vor dem Start hatten sich rund 1.600 Landwirte angemeldet, ihre Zahl wächst seither beständig.

Durch ein innovatives Transferkonzept konnten insbesondere kleine und mittlere Unternehmen von den Clusteraktivitäten profitieren. Durch Transferprojekte konnten sie neue Technologien nutzen, um erste Schritte auf dem Weg zu Industrie 4.0 zu gehen. So wuchs im Förderzeitraum von 2012 bis 2017 die Anzahl der Mitglieder in dem ostwestfälischen Spitzencluster auf rund 185 Akteure an. Zu den Partnern zählen neben Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen mehrere Transferpartner, die zwischen Forschung und Wissenschaft einerseits und der industriellen Praxis andererseits ein Scharnier bilden, das über Verständigungsschwierigkeiten hinweghilft.

Ein Indikator für den spürbaren wirtschaftlichen Erfolg des Spitzenclusters ist die beeindruckende Zahl von bislang 34 Unternehmensneugründungen. Vielfach setzen die Gründer auf die Weiterentwicklung und Vermarktung von Technologien, die in den Projekten des Clusters entstanden. So etwa das Start-up-Unternehmen topocare, das – ausgehend von Ernteprozessen in der Landwirtschaft – einen innovativen Hochwasserschutz entwickelt hat. Das Produkt besteht aus einem am Einsatzort mit Sand befüllbaren, gewickelten Schlauch und einer dazugehörigen Logistiklösung.

Die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft bei it‘s OWL ist ein Erfolgsmodell, das die Mitglieder des Spitzenclusters fortführen. Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben dazu gemeinsam eine Strategie für die nächsten fünf Jahre entwickelt. Ziel ist es neue Technologiefelder wie Künstliche Intelligenz, Plattformen und Arbeit 4.0 für den Mittelstand zu erschließen. Dabei setzt it‘s OWL bewusst auf eine Internationalisierung des bislang regional angelegten Vernetzungserfolgs. Im BMBF-Projekt ‚itsowl-EA‘ baut der Spitzencluster seit 2018 seine Kooperation mit Clusterpartnern und Partnern aus dem Netzwerk der University of British Columbia (Okanagan Campus) und der University of British Columbia (Okanagan Campus) per se erfolgreich aus.

Autorenschaft: Dieter Beste, Thomas Corrinth und Dr. Elena Winter im Auftrag des BMBF.